Von Weihnachten und dem Beginn einer wundersamen Reise in die „Mother City“

Blogbeitrag 5:

Lang ist‘s her, dass ich mich das letzte Mal gemeldet habe… gefühlt jedenfalls. Dazwischen war Weihnachten, Silvester und Neujahr und bei mir ist in der Zeit so einiges passiert. Ich versuche mich kurz zu fassen, aber kann natürlich für nichts garantieren :).

Weihnachten:

Weihnachten habe ich in einer sehr großen Gruppe gefeiert. Selbstverständlich mit meiner WG, mit Linus, Letizia und Anna (von Artefakt aus den ländlichen Gegenden Ruandas), Jakob und Franz (auch Artefakt aber aus Jinja/Uganda). Am 24. Dezember haben wir mittags gemeinsam angefangen zu kochen. Es gab Gemüsesticks von Anna, leckeren Zitronenkuchen von Jakob und Franz, Bratäpfel von Letizia, Spätzle, Rahmsoße und Ofengemüse von mir und eine Menge seelische Unterstützung vom Rest. Nach einem langen Kochgang und darauffolgendem gemeinsamen Essen gab es zuerst drei verschiedene Weihnachtsgeschichten. Die Tiere im Wald, Loriot und die richtige aus der Bibel, dann Bescherung. Das war echt unglaublich witzig, alle Geschenke waren sehr durchdacht und überall steckte ein Witz oder eine gemeinsame Erinnerung dahinter.

Am ersten Weihnachtsfeiertag sind wir dann gemeinsam im Hotel “Heaven” frühstücken gegangen, wirklich sehr zu empfehlen, auch für alle Nachfreiwilligen, die was Schönes suchen. Wir haben uns fast alle für das Weihnachtsbrunch entschieden und uns damit für umgerechnet 25 Euro mal richtig was gegoennt. Von Schokocroissants über Omlette bis hin zu leckerem Fisch gab es eigentlich alles. Mein persönlicher Höhepunkt war der Tisch an dem man sich Omlette, Crepes und Pancakes bestellen konnte. Alles wurde frisch für uns zubereitet und zu guter Letzt konnte man sich sein Gericht noch persönlich verzieren.

Am 26. Dezember haben sich dann alle anderen auf die lange und beschwerliche 40-Stunden-Busreise nach Sansibar gemacht. Ich hatte meine Ruhe und durfte mich mit dem vom Fest übrig gebliebenen Abwasch beschäftigen, an den natürlich keiner mehr gedacht hatte. Nach geschlagenen 2 ½ Stunden Abwaschen war ich erstmal total fertig, habe dann aber angefangen, für meine bevorstehende Reise zu packen.

In einem fremden Land ganz alleine zu sein ist wirklich nichts Schönes und in dieser Zeit habe ich viel darüber nachgedacht was ich hier tue, warum ich das mache und das Heimweh hat mich ein weiteres Mal in dieser kurzen Zeit um Weihnachten übermannt. Ich habe sehr viel mit meinen Eltern und meinem Bruder geskyped, um dem entgegenzuwirken und das hat zum Glück auch funktioniert. Sie haben mich davor gerettet total in Angst und Heimweh unterzugehen.

Am 27. Dezember ging es nachmittags voller Vorfreude endlich los zu meiner eigenen Reise. Mit dem Moto und meinen drei Gepäckstücken absolvierte ich zunächst die anstrengendste Motofahrt meines Lebens… absolut nicht zu empfehlen!!! Am Flughafen angelangt, der erste Schock: “you have no ticket”. Was ist denn jetzt los? Nach einem Besuch im Ticketbüro von Rwandair hatte ich dann doch eins, auch in Papierform, damit durfte ich dann das Flughafengebäude betreten.

Hier ist es nämlich so, dass man – schon bevor man in das Gebäude des Flughafens darf – mehrmals durch Sicherheitschecks muss und ein gültiges Flugticket besitzen muss. Bisschen kompliziert und nervig, aber ich glaube, der Flughafen in Kigali ist der sicherste der Welt.

Nach einem Vier-Stunden-Flug war ich dann in Johannesburg angekommen, so viele weiße Menschen wie dort bei der Passkontrolle hatte ich seit fünf Monaten nicht mehr gesehen. In der Empfangshalle wurde dann ein Bett aus allen meinen Gepäckstücken gebaut und ich habe ein paar Stündchen schlafen können. Früh morgens ging es dann weitere zwei Stunden in der Holzklasse nach Cape Town. Dort sollten mich meine Mitreisenden Romy, Colin und Lena (alle ASC-Freiwillige in Namibia) abholen. Aufgrund der Flugverspätung meines Flugs und kleinen „Kommunikationsproblemen“ haben wir uns leider knapp verpasst und ich war wieder alleine unter so vielen Menschen, gestrandet am Flughafen von Cape Town. Nach weiteren Stunden warten, traf ich die Entscheidung, mir ein Taxi zu nehmen und zu unserem Airbnb in Muizenberg (Stadtteil von Kapstadt) zu fahren – die Adresse hatte mir Romy zum Glück vorher geschickt.

Dort angekommen fand ich ein leeres Haus vor! Die anderen waren, wie ich im Nachhinein erfuhr, in Bo-Kaap, einem Viertel mitten in Cape Town. Nach Sturmklingeln beim Airbnb und Fragen der Nachbarn half mir der nette Taxifahrer irgendwie irgendwas zu finden, wo ich auf die anderen waren konnte. Südafrika ist ja bekanntlicherweise nicht das sicherste Pflaster und “Your safety is our highest priority ma’m” (Aussage des Taxifahrers).

Letztendlich bin ich bei den Nachbarn gegenüber untergekommen, die haben mich sofort supernett aufgenommen und ich habe mich fast fünf Stunden mit der Mutter der Familie unterhalten. Sie hat indische Vorfahren, kommt aus Durban und lebt jetzt mit ihrem Freund und ihren zwei Söhnen in Muizenberg. Sie hat mir von Durban, Südafrika und Indien erzählt und ich ihr von Ruanda, Deutschland und unseren Reiseplänen durch Südafrika. Dann hat sie ein sehr leckeres indisches Curry gekocht und ich durfte mitessen. Irgendwann haben wir zusammen die Vermieterin des Airbnb entdeckt. Die kam, um ihre Katzen zu füttern. Von ihr bekam ich dann einen Schlüssel und konnte ab diesem Moment in das Haus um zu duschen, zu schlafen und das wundervolle Haus zu genießen. Zum Abschied habe ich meiner neuen Freundin noch ein Päckchen ruandischen Kaffee geschenkt, weil siemir erzählt hatte, wie gerne sie Kaffee trinkt.

Ein wenig später sind die anderen dann von ihrem Trip nach Cape Town wiedergekommen und wir sind uns erstmal um den Hals gefallen, weil wir uns ja auch fast 6 Monate nicht gesehen haben. Am Abend sind wir zu einem Food Market in Muizenberg gegangen, dort gab es super leckeres Essen, alles das, was es in Ruanda eben nicht gibt.

 

Soweit erstmal, sonst wird‘s zu lang. Der nächste Beitrag ist primär über unsere Reise IN Südafrika.

 

Bis bald

Eure Amelie

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