Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen!

Blogbeitrag 6:

Endlich mental und körperlich angekommen in Südafrika ging es am Morgen des 28. Dezember schon los mit dem Programm . Wir fuhren nach Woodstock; dort haben wir den Vormittag in der ”old biscuit factory” verbracht, waren dort wieder auf einem Food Market und konnten uns bei dem Essensangebot kaum entscheiden. Wenig später – pünktlich zur Mittagshitze – machten wir uns auf den Weg zu Fuß hoch auf den Tafelberg. Wir starteten in den Kirstenbosch Botanical Gardens und machten uns auf den wirklich sehr langen Weg hoch auf den Gipfel. Uns wurden sechs Stunden für den Aufstieg angekündigt, das hätten wir nie geschafft bevor es dunkel geworden wäre, aber wir dachten uns: Einfach mal loslaufen, mal sehen wie weit wir es schaffen. Mit 3 ½ Stunden hätte jedoch niemand gerechnet!

Oben angekommen haben wir uns eine Kleinigkeit zu Essen gegönnt und den grandiosen Ausblick über Cape Town City, Champs Bay, Muizenberg, bis ans Kap der guten Hoffnung genossen. Dann ging es an den Abstieg, der etwas stressiger verlief, weil wir noch das Auto vom Parkplatz der Botanischen Gärten holen mussten, die um 19:00 schlossen. Auch hier legten wir eine rekordverdächtige Zeit hin, brauchten nur etwa die Hälfte der 1 ½ Stunden, um bei der Talstation der Gondel anzukommen. Mit dem Auto wieder zurück in Muizenberg haben wir nur noch etwas gegessen und sind dann todmüde in unsere Betten gefallen.

 

Am nächsten Morgen ging es dann auch wieder früh los zum Kap der Guten Hoffnung. Alleine der Weg dorthin war schon wunder-, wunderschön! Im Nationalpark selber fuhren wir zunächst ans Kap selbst, schossen unsere Touribilder und sind dann weiter gefahren zum Cape Point Leuchtturm und dann noch mit dem Auto ein paar Stunden durch den Nationalpark. Laufen war an diesem Tag definitiv nicht drin, wir hatten alle heftigen Muskelkater von der Bergbesteigung des Vortags. Nach ein paar weiteren Stunden am Strand ging es wieder in Richtung Muizenberg und wir waren erneut super glücklich, so früh aufgestanden zu sein, als wir den kilometerlangen Stau zum Eingang des Nationalparks entdeckten. Später sind Romy, Colin und ich noch nach Cape Town gefahren. Romy ist in den Gottesdienst der Hillsong Church gegangen (ich bereue sehr, sie nicht begleitet zu haben!). Colin und ich sind an den Bloubergstrand gefahren, haben dort die vielen Kitesurfer bewundert und sind am Strand spazieren gegangen.

Während unserer Gespräche ist ein weiteres Mal aufgefallen, wie wenig alltäglich das ist, was wir da machen. Ein Jahr in Ruanda bzw. Namibia, abseits von allem, was wir gewohnt sind, in einem fremden Land, ohne Eltern, auf uns alleine gestellt. Das ist beim besten Willen nichts Selbstverständliches und die Zahl derer, die so etwas erleben dürfen, ist so gering. Für uns ist das etwas so Natürliches geworden, da wir vor allem mit Leuten Kontakt haben, die auch so etwas machen. Alles das fällt uns an einem Ort wie Cape Town auf. Da ist mir wieder klargeworden, was für ein Privileg ich hier ausleben darf. Dass ich anstatt mich manchmal sehnlichst heim zu wünschen, dankbar sein sollte für das, was mir hier möglich ist.

Jetzt genug der Philosophie!

Am nächsten Tag mussten wir sehr, sehr früh aufstehen: Um 3:15 Uhr morgens. Das hat sich aber ebenfalls gelohnt, als wir knapp 2 Stunden später auf der Spitze des Lion‘s Head, über den glitzernden Lichtern von Kapstadt standen. Den Aufstieg bewältigten wir zusammen mit fast allen anderen ASC-Freiwilligen aus Namibia. Die waren in verschiedenen Gruppen auch nach Cape Town gereist und hatten dieselbe Idee wie wir. Außerdem haben wir noch Kira, eine DRK-Freiwillige auch aus Namibia getroffen, sie hat mit uns den restlichen Tag verbracht und wir haben zusammen Silvester gefeiert. Nachdem alle Fotos geschossen waren und die Sonne aufgegangen war, ging es den Massen entgegen wieder nach unten. Sobald es hell ist, ist der Lion‘s Head nämlich unglaublich überlaufen und es bildeten sich riesige Schlangen für Auf- und Abstieg. Wie überall fängt auch hier der frühe Vogel den Wurm!IMG-20181231-WA0001

Im Anschluss haben wir einen neuen Mitreisenden vom Flughafen abgeholt: David – auch Namibia-Freiwilliger… und sind dann über den Chapman‘s Peak Drive zurück nach Muizenberg gefahren. Am Nachmittag haben wir gewaschen, gepackt und alles für den folgenden Tag vorbereitet. Am Abend haben wir „gebraait“,  gleichzeitig den Tag und das Jahr 2018 in Ruhe ausklingen lassen. Ein Feuerwerk gab es nicht wegen der Waldbrandgefahr in der trockenen Kapregion.

Am nächsten Tag ging es los zum Tsitsikamma National Park, eine lange Fahrt aber auch für diese Strapazen wurden wir belohnt, als wir im Dunkeln bei Dijembes Backpacker Hostel ankamen. Super, super cool dort, ein bisschen hippiemäßig, aber wir haben uns sofort super wohlgefühlt. Erschöpft sind wir in dem Schlafraum in unsere Betten gefallen. Am nächsten Morgen hat es geregnet und ich habe mich das erste Mal seit langem über Regen gefreut. Das war eine angenehme, kühle Abwechslung zu der trockenen Hitze der letzten Tage. Den Tag haben wir einfach nur genossen, und sein bisschen ausgeruht, die Sprüche auf den Wänden des Hostels gelesen und kleine Aktivitäten in der Nähe gemacht.

Am nächsten Morgen haben wir uns für eine Zip Line Tour angemeldet, aber das Geld hätte man sich sparen können! Es war nicht so toll wie erwartet. Danach haben David und Romy den höchsten Bungeejump der Welt gemacht und wir anderen drei hatten Spaß beim Zuschauen und Fotos machen.

Es ging weiter nach Swellendam, wo wir auf der Kwetu Farm gezeltet haben. Den Tag dort haben wir genutzt, um uns Swellendam anzuschauen und ins De Hoop Nature Reserve zu fahren und uns dort an den Strand zu legen. Auch wunderschön – aber dafür sprechen vor allem die Bilder. Am Abend haben wir dann das letzte Mal auf der Farm zusammen „gebraait“ und die ruhige Stimmung und den Sonnenuntergang genossen.

Den Tag darauf ging es zurück nach Kapstadt, wir machten uns früh auf den Weg, da wir Muizenberg noch einen kleinen Besuch abstatten wollten und auch nochmal nach Kapstadt ins Zentrum wollten. Angekommen in Muizenberg fühlte es sich an wie Zuhause zu sein, diese kleine Stadt ist für uns alle in der kurzen Zeit irgendwie heimelig geworden. Im Surfer‘s Corner haben wir dann alle noch Souvenirs gekauft und sind danach zur V&A Waterfront nach Kapstadt gefahren. Auch ein ganz besonderes Erlebnis, in diesen fast schon westlichen Luxus einzutauchen. Der Hafen und die Hafengebäude sind wirklich wunder, wunderschön und definitiv einen Besuch wert.

Angekommen in unserem letzten Airbnb in der Nähe des Flughafens haben die anderen begonnen, ihre Sachen zu packen, weil sie schon sehr früh am nächsten Morgen nach Namibia zurückfliegen mussten. Mein Flug ging erst am Abend und ich hatte den Tag noch Zeit mich zu erholen, meine Sachen zu packen und zum Flughafen zu fahren. In Jo‘burg angekommen hatte ich erneut einige Stunden Aufenthalt, die wieder mit Schlafen gefüllt wurden. Dann die Überraschung: Ein Upgrade in die Business Class von Rwandair. Ich war überglücklich und bin zum ersten Mal in eine VIP Lounge gegangen und durfte auf den breiteren Sitzen im Flugzeug sitzen bzw. schlafen. Sehr angenehm, so macht fliegen Spaß!!!

 

Mein Herz habe ich aber ein wenig länger in Kapstadt gelassen, mal sehen, wann das nachreist!?

 

So das war‘s jetzt aber wirklich von meiner wunderschönen Reise!

Bis bald

Eure Amelie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s